Das Verfahren

Im Rahmen des IQ Netzwerks NRW entwickelte die Netzwerk Lippe gGmbH in Kooperation mit dem Technikzentrum Minden-Lübbecke e.V. ein Instrument zur Unterstützung der Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. Das entwickelte Instrument ist modular aufgebaut und mobil einsetzbar. Für insgesamt 10 Praxisfelder werden je 5 Übungen auf fünf Niveaustufen im Rahmen einer Toolbox bereitgestellt.

Die Entwicklung der Toolbox erfolgte anhand der Ausbildungsrahmenpläne (bis zum Zwischenprüfungsniveau) und den betrieblichen Anforderungen. Das Stufenmodell von Felix Rauner (2002) zur praktischen Wissensumsetzung und beruflichen Handlungskompetenz bildet für die Niveaustufen die Basis:
Niveau 1 „Talent“
Niveau 2 „ansatzweise berufliches Wissen“
Niveau 3 „berufliches Wissen und dessen Umsetzung“
Niveau 4 „intuitives Handeln mittels Erfahrungswissen“
Niveau 5 „Expertenwissen“

Zur Überprüfung der Analyseinstrumente und der Herausbildung geeigneter Beobachtungskriterien wurden Experten aus der Praxis eng mit einbezogen (IHK, Handwerkskammer, Berufskollegs, Fachseminare, Unternehmen).

Das Verfahren richtet sich an erwachsene Migrantinnen und Migranten, die im Ausland Berufserfahrung gesammelt oder einen Berufsabschluss erworben haben. Es bietet die Möglichkeit der praktischen Erprobung in verschiedenen Berufsbereichen. Dabei kann es einerseits dem Anerkennungsverfahren (Gleichwertigkeitsfeststellungsprüfung bzw. Qualifikationsanalyse nach §14 BQFG) vorgeschaltet werden, um zu überprüfen, ob die Ratsuchenden die erforderlichen Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt aufweisen. Andererseits bestärkt es den Anerkennungsssuchenden, ein solches Verfahren auch anzustreben und erfolgreich zu bewältigen.
Das Angebot versteht sich als ein unterstützendes Instrument für die Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung, das nach Bedarf eingesetzt werden kann.

„IQ AnerkennungsKombi“ bietet die Chance, grundsätzliche fachliche Kenntnisse bzw. Kernkompetenzen für verschiedene Berufsbranchen zu attestieren. Migrantinnen und Migranten werden so in ihrer Entscheidungsfindung im Rahmen beruflicher Perspektiventwicklung gestärkt, ihre Potentiale für Beraterinnen und Berater sichtbar gemacht und Ansätze für weitere Schritte gegeben. So kann die Positionsbestimmung z.B. eine Entscheidungshilfe für die Einleitung eines Anerkennungsverfahrens darstellen.

Eine standardisierte Dokumentation und qualitative Auswertung der einzelnen Positonsbestimmungen sowie ein individuelles Kompetenzprofil sind ebenfalls Bestandteil des Verfahrens.